Der tödliche Unfall auf der Nordschleife mit dem GR Yaris ist sehr tragisch. Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen.
Mir sind nur wenige Details bekannt. Das Fahrzeug ist im Abschnitt „Schwedenkreuz“ von der Strecke gekommen und hat sich wohl überschlagen. Fahrzeuginsassen wurden angeblich aus dem Fahrzeug geschleudert. Ich kenne keine Videos zu dem Unfall, und solches Videomaterial hat meiner Meinung nach aus Pietätsgründen auch nichts in der Öffentlichkeit verloren.
Deshalb kann ich mir nur ein Urteil über den Streckenabschnitt erlauben, an dem der Unfall passiert ist. Schwedenkreuz ist eine nach außen hängende Linkskurve, die mit dem GR Yaris „locker“ mit 160 km/h geht, ich wage zu behaupten, dass auch 180 km/h möglich sind.
Kurz vor der Linkskurve kommt man mit deutlich über 200 km/h über eine kleine Kuppe, die das Auto entlastet. Unmittelbar danach muss der Bremsvorgang eingeleitet werden. Es ist also „Bewegung“ im Fahrwerk an der Stelle.
Das muss der Fahrer also berücksichtigen und entsprechend sanft in die Linkskurve Schwedenkreuz einlenken. Und in der Kurve nicht plötzlich vom Gas gehen, weil sonst (bei jedem Auto) das Heck plötzlich kommen kann.
Schwedenkreuz ist deshalb für mich eine der gefährlichsten Kurven auf der Nordschleife. Ein unerwartetes Übersteuern an der Stelle kann schnell böse enden: Schwung → Konterschwung → evtl. noch ein Konterschwung → Auto kommt seitlich von der Strecke ab → Im Gras wird das Auto ausgehebelt → Überschlag.
Meine Erfahrungen mit dem Auto (nicht auf der Nordschleife, aber schnelle Autobahnkurven in dem Geschwindigkeitsbereich) sind prinzipiell eher untersteuernder Natur. Es gibt ja mehrere User-Erfahrungen, dass die Vorderachse jenseits der 180 nicht mehr so gut gript, vermutlich wegen des Luftstaus im Vorderachsbereich.
Solange niemand genauere Details zu dem tödlichen Unfall auf der Nordschleife weiß, sind die Gründe Kaffeesatzleserei. Ich sehe keine konzeptionelle Schwäche in dem GR Yaris und würde den Radstand nicht verantwortlich machen. Es ist einfach eine schwierige Kurve, vor der man vielleicht im Laufe der Jahre ein wenig den Respekt verloren hat ob der gestiegenen Sicherheit moderner Fahrzeuge.
Und nochmal zum Schluss: Mir tut es um den jungen Fahrer (24 Jahre) des Unfalls leid. Viel zu jung.
